4. Juni 2008
Stockholm
Der heutige Morgen war etwas traurig. Hatte ich doch das kleine Åland in mein
Herz geschlossen. Auch Peter, der Boss vom Vanderhem, konnte mich nicht mehr
aufhalten, in dem er ab der letzten Nacht nur noch den halben Preis verlangt
hatte. Denn hatte ich mit dem Mietwagen so viel gesehen, dass ich ruhigen
Gewissens aufs Festland zurück wechseln konnte. Im Vorfeld hatte ich mir ja
dazu einige Varianten ausgedacht und, ach ja richtig, wäre der
Åland-Aufenthalt ja auch erst am Ende meines Urlaubs geplant gewesen. Diese
Grobplanung sah aber auch einen Drittel schlechtes Wetter vor. Meiner Ansicht
nach eine optimistische Einschätzung, die sich bis jetzt allerdings nicht im
gernigsten bewahrheitet hat. So bleibt mir also nichts weiter, als bereits
gestrichene Teile meines Urlaubs wieder aufzunehmen. Das geht so. . .
Am einfachsten und schnellsten auf dem gleichen Weg zurück wie gekommen. Mit
der Viking Line nach Kapellskär und mit dem Bus mit kurzem Zwischenhalt in
Norrtälje direkt nach Stockholm, Cityterminalen. Doch jetzt kam der
beschwerliche Teil. Obwohl in der deutschen Wikipedia noch immer steht, der
Nationaltag sei für die Schweden weitgehend unbedeutend, mitnichten! Smaka på
Sockholm, festival ist ein riesen Strassenfest im Kungsträdsgården zwischen
dem Turistenbüro und Skeppsbron. Dort haben Restaurants und andere
Unternehmungen Stände eingerichtet. Das ganze dauert von heute bis zum
Wochenende. Das Resultat: Keine Übernachtungsmöglichkeit. Nachdem ich auch
halb Södermalm abgelaufen und selbst im vom mit nacktem Oberkörper im
Comicheft-Laden arbeitetenden Rocker Tipps habe geben lassen, habe ich es
dennoch in Gamla Stan probiert. Übernachtungen mitten in der Innenstadt sind
teuer und so kann ich nun für hundert Stutz im STF Vandrerhem unmittelbar am
Stor Torget nächtigen. Richtig, um die Ecke ist das Nobel-Museum. Zuerst
wollte man mich in einer Art Besenkammer unterbringen, die jeweils als letzte
Möglichkeit vergeben wird. Angeblich, bevor man unter Brücken verweise. Und
von denen gibts hier ja fast keine. Die Lüftung war gerade im Umbau, und so
ging ich fragen, ob das denn die ganze Nacht so warm bleiben würde.
Schlussendlich konnte man mich nach einer nicht erfolgten Zusage anderer in
ein Zimmer umquartieren, das jetzt sogar Fenster hat. Allerdings zum Innenhof
der benachbarten Pizzeria. Aber man ist ja voll flexibel.
Was gehört denn nun weiter zum Gestrichenen? Im Zimmer hats Wireless LAN und
so habe ich mir für morgen online einen Mietwagen für die verbleibenden fünf
Tage reservieren lassen und werde damit die Mälaren-Gegend anschauen gehen.