8. Juni 2008
Kungsör, Köping, Hallstahammar, Västerås, Enköping
Nach dem Frühstück fahre ich zuerst noch etwas Richtung Nord, bis ich wieder
am See ankomme. Langsam wiederholt sich die schöne, wenn auch immer wieder
gleiche Szenerie. Irgendwie habe ich den einen oder anderen Sandstrand der
Mälarenregion jetzt dann bald gesehen und erhoffe mir etwas Neues. Kungsör
ist dann auch schnell durchfahren. Das einzige was ich sehe, parallel je
eine Drehbrücke für Strasse, wie für die Schiene.
In Köping hats einen Kanal, der sich durch die Stadt schlängelt. Dieser ist
jedoch ziemlich dunkel in der Farbe. Da haben wir auch schon Schöneres
gesehen. Die Fussgängerzone hat zwar viele Geschäfte, es ist jedoch Sonntag.
So fahre ich noch ein bisschen weiter. In Hallstahammar finde ich zuerst das
Zentrum mit vermeintlich Interessantem gar nicht. Nach dem Umdrehen stellt
sich jedoch heraus, dass der Kanal durchs Industriegebiet der Punkt ist.
Dort finde ich zuerst eine erste Schleusenstufe mit drei Toren durch diese
gerade ein Boot geführt wird. Es sind kleine Schleusen in diesem nicht all
zu breiten Kanal. Sie werden vollständig von Hand bedient. Jedoch ist der
Hub beträchtlich und scheint bei einigen Toren mehrere Meter zu betragen.
Ich beschliesse, den Kanal noch etwas weiter laufaufwärts zu begehen. Dabei
entdecke ich alsbald eine Informationstafel, auf derer hinter einem breiteren
Teil des Kanals weitere Schleuspunkte verzeichnet sind. Es ist ein richtiger
See, etwa einen drittel so gross wie der Rotsee bei Luzern, der es zuerst zu
umwandern gilt. Ich habe ja Zeit, hätte auch den Wagen nehmen können. Aber bei
dem Wetter natürlich nicht. Der sich parallel zum Kanal befindende Wasserlauf
wird tatsächlich zur Stromproduktion genutzt. Mein Rückweg ist sogar noch etwas
länger, weil ich natürlich die andere Seite des Kanals verwende und der See
dort weiter zum umgehen ist. Das ganze wird bei einer Sandwich- und
anschliessender Kuchen zum Kaffee-Pause in einem schönen Café aufgelockert.
Das Aussenthermometer zeigt 27°C. Jenes innen im Lokal ebenso viel.
Die weitere Fahrt führt nach Västerås. Eine ganz andere Welt! Das ist eine
richtige Grossstadt. Gut - nicht so gross wie Stockholm, aber das Flair einer
amerikanischen Stadt hat sie schon. Es hat sogar einen richtigen
Wolkenkratzer. Ob des mageren Mittagessens nach der Wanderung hole ich mir
sechs Chicken Nuggets im Downtown McDonalds. Weiter gehts auf dem Interstate,
was sehe ich da links? Ein riesen Einkaufsgebilde, schnell abgefahren und
angeschaut. Das ist wirklich wie in Amerika aufgebaut: Verschiedene Malls,
riesige Parkplätze dazwischen, die über ein kleines Strassennetz verbunden
sind. Ich fahre dem blauen Gebäude mit gelbem Schriftzug entlang. Ich glaube,
das dürfte der grösste IKEA sein, den zumindest ich bisher gesehen habe.
Natürlich hats auch einen riesen ICA-Supermarkt, wiederum einen McDonalds
und sogar einen Pizza Hut. Fürs Abendbrot ists aber noch zu früh. Beim PC
World schaue ich aber dennoch kurz rein. Etwa gleich gross und ähnlich
ausgestattet wie bei uns ein Media Markt. Gut, es ist wirklich ein PC-Laden,
keine Haushaltgeräte, dafür aber auch PC-Komponenten. Das wichtigste: ein
halbes Dutzend Bediener und ich der einzige Kunde. Ach ja: immer noch Sonntag.
Es geht also weiter nach Enköping. Da will ich mich ins First Hotel von vor
zwei Jahren einchecken. Die verlangen aber neuerdings gleich umgerechnet fast
CHF 240.-! Da muss ich förmlich rückwärts wieder raus. Die Dame am Empfang
gibt mir auf Anfrage noch eine Adresse zu einer günstigeren Unterkunft mit.
Die Hausnummer zu dieser finde ich jedoch nicht. Ich schaue mir das
Hotelschiff im Kanal an, überlege mir danach jedoch, das STF Vandrerhem
ausserhalb aufzusuchen. Das stellt sich als gar nicht so schlecht dar. Es
ist wieder ein Campingplatz, wieder mit separatem Zimmergabäude. Hier wird
jedoch kein Hotel geboten. Trotzdem gibt man mir gleich einen Viererschlag
für umgerechnet gut 40 Stutz. Da frage ich doch gar nicht erst nach Frühstück.
Das Bettzeug hat das Blondchen (ja, ich bin in Schweden) glaub vergessen,
dazu zu rechnen. Hier ist ein richtiger Strand, so mit Sand und so. Die
Rezeption ist gleichzeitig Restaurant mit anständiger Auswahl. Ich bestelle
gleich was zur Nacht. Ist schliesslich bereits nach sechs. Einheimische
Hausmacherkost: So eine Art Rösti mit Spiegelei und Schinkenwürfel. Hiess
natürlich komplett anders. :-) Aber inzwischen hat der Wind stark zugelegt,
ein richtiger Sturm. Der Himmel hat jetzt auch Wolkenschlieren. Ob das Wetter
noch lange anhält?